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Ich bin in Sachsen, in Zschopau und Flöha, in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen. Dort habe ich die Schulen gemacht und eine Lehre als Rinderzüchterin abgeschlossen. Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, mein Vater war Stallarbeiter und so war dieser Beruf damals naheliegend.
Ich bin bereits mit 18 Jahren Mutter geworden, blieb aber immer berufstätig. In der DDR war das selbstverständlich. Ich habe drei Töchter und einen Sohn. Während der 1980er Jahre habe ich in einer Baumwollspinnerei gearbeitet. Diese wurde nach der Wende geschlossen und ich liess mich zur Restaurantfachfrau umschulen. Danach habe ich im Gastgewerbe gearbeitet, bis ich in die Schweiz kam. Der Umzug in die Schweiz war eigentlich von meinem Mann initiiert. Er ist Vorarbeiter auf dem Bau, hat nach 16 Jahren seine Stelle verloren und musste sich etwas Neues suchen. In Deutschland fand er als erfahrener Vorarbeiter nur noch Stellen mit einem Stundenlohn von etwa 6.50 Euro. Da begann er sich in der Schweiz umzusehen und hat hier sehr bald eine gute Stelle gefunden.
Ich lebe mit meinem Mann hier in Altnau. Unser Sohn hat hier die Schulen abgeschlossen, macht jetzt aber in Deutschland eine Lehre. Er ist jedes zweite Wochenende bei uns. Eine der Töchter wohnt in Solothurn, die anderen beiden leben in Deutschland. Wir haben auch bereits 4 Enkelkinder.
Das ist eigentlich ein dummer Zufall gewesen. Ich habe in einem Restaurant und als Zimmermädchen gearbeitet. Meine Chefin hat mich immer sehr gelobt, weil ich sehr gut putzen kann. Ihre Schwester hat privat eine Hilfe gesucht, ich wurde empfohlen und kam so zu meiner ersten Stelle als Haushalthilfe.
Ich arbeite nur für fairness at work und eben alle zwei Wochen für die Schwester meiner Chefin regelmässig. Daneben arbeite ich auf Abruf in einem kleinen Motel. Es kommt immer darauf an, ob Gäste da sind oder nicht. Meist werde ich kurzfristig per SMS aufgeboten. Meine Chefin weiss manchmal am Abend, manchmal am frühen Morgen, ob sie mich braucht oder nicht. Deshalb weiss ich eigentlich auch nie im Voraus, ob ich frei habe oder arbeiten kann. Ein grosser Teil meiner Zeit besteht daraus, auf ein SMS meiner Chefin zu warten.
Meine Hobbies sind die Enkelkinder, ich fahre regelmässig nach Solothurn. Wenn ich dazu komme, lese ich gerne.
Ich würde mir nicht selber etwas leisten. Ich würde das Geld meinen Kindern und Enkelkindern geben.
Zurzeit haben wir gar keine Ferien. Mein Mann hat zwei Wochen Betriebsferien im Sommer. Aber das ist genau die Zeit, in der ich im Motel mit grosser Wahrscheinlichkeit arbeiten kann. Deshalb können wir nicht verreisen.
Als Haushalthilfe arbeitet man allein. Meist ist niemand da, man ist unabhängig von der Zeit, kann flexibel arbeiten. Das gefällt mir. Ausserdem erhalte ich immer positives Feedback.
Eigentlich gibt es nichts, was mir nicht gefällt. Ich putze wirklich sehr gerne.
Sie sind sehr froh über meine Unterstützung. Sie sind freundlich zu mir. Ich erhalte viel positives Feedback per SMS.
Dass meine Familie gesund ist, dass ich gesund bin. Einfach dass wir nicht am Hungertuch nagen, dass es uns gut geht.
Ich möchte mit meinem Mann einmal ganz weit weg fliegen, zum Beispiel nach Kanada oder in den Norden Europas, nach Schweden, Norwegen. Mein Mann mag diese Idee aber nicht so, er macht viel lieber im Süden Ferien.

