fairness at work gmbh
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Unser Standpunkt

Bessere Chancen für 45+ auf dem Arbeitsmarkt?

Nach der Annahme der Einwanderungsinitiative vor bald zwei Jahren schienen die Chancen für ältere Erwerbstätige auf dem Arbeitsmarkt zu steigen: Arbeitgeberorganisationen wie swissmem und der Arbeitgeberverband starteten Initiativen für die bessere Integration von älteren Erwerbstätigen.

Auch politisch hat sich einiges getan. Bundesrat Schneider Ammann bat im Frühjahr zum runden Tisch, um Massnahmen gegen den Fachkräftemangel zu definieren. Unter anderem soll auch das Potenzial von älteren Fachkräften besser genutzt werden.

Hat das die Situation verändert? Steigen damit die Chancen für ältere Erwerbstätige auf dem Arbeitsmarkt?

Sicher sind viele Unternehmen besser sensibilisiert hinsichtlich der demografischen Entwicklung. Viele Unternehmen, die swissmem angehören, haben in den letzten Monaten unser Analysetool demografix genutzt, um ihre Fitness bezüglich der demografischen Entwicklung abzuschätzen.

Für ältere Arbeitnehmende, die eine Arbeitsstelle haben, bedeutet das in der Regel mehr Wertschätzung. Immer vorausgesetzt, sie können ihr Potenzial zeigen und sind engagiert und motiviert am Arbeitsplatz.

Wer allerdings im Alter von 45+ eine neue Stelle sucht oder suchen muss, hat nicht grössere Chancen als noch vor zwei Jahren. Mit ein Grund ist die Frankenstärke. Besonders Unternehmen im grenznahen Gebiet stellen heute vermehrt GrenzgängerInnen ein. Deren Zahl hat im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum 1. Quartal 2014 um fast 20‘000 Personen zugenommen.

Allerdings ist das nicht der einzige Grund. Immer noch scheinen Vorurteile die Selektion stark zu beeinflussen. Nach unserer Beobachtung spielt das Alter der EntscheidungsträgerInnen keine grosse Rolle: Ältere gelten einfach als unflexibel, wenig motiviert und teuer. Es sind Alltagstheorien, die diese Bilder erzeugen. Leider richten viele Menschen ihr Handeln nach solchen Alltagstheorien aus. Erstaunlich, kennen wir doch alle motivierte, engagierte und ideenreiche ältere Erwerbstätige, die ihre Erfahrung nutzen können und zum Unternehmenserfolg beitragen wollen. Aber wir kennen auch Menschen, die der Alltagstheorie entsprechen und diese so bestätigen. Differenzierung wäre nötig und kann nur durch Reflexion geleistet werden. Im Alltag aber wird – um eine Vermutung zu überprüfen – oft nur nach bestätigender Evidenz gesucht. Dieser Vorgang wird in der wissenschaftlichen Psychologie als Pygmalion bezeichnet.

Bei fairness at work versuchen wir die Vorurteile aufzubrechen und zu verändern. Mit positiven Beispielen von älteren Erwerbstätigen, mit der optimalen Passung von älteren Stellensuchenden auf eine neue Arbeitsstelle und mit der Beratung von Unternehmen, um eine positive und wertschätzende Zusammenarbeitskultur zu schaffen.

Und wir sind mit unseren Ideen nicht allein: Eben wurde auf XING eine neue Gruppe gegründet: Potenzial 50+. Wir freuen uns auf Rückmeldungen und weitere Diskussionen.